Weshalb sollte man unbedingt Stundenzettel und Arbeitszeitnachweise als Arbeitnehmer aufbewahren?

Stundennachweise sind Beweismittel

Klage gegen Arbeitgeber Stundenzettel aufbewahren?

Stundennachweise eignen sich als spätere Beweismittel

Oftmals rufen bei mir (Rechtsanwalt A. Martin – Anwalt in Berlin Marzahn) Arbeitnehmer an, die noch Ansprüche– meist nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses-gegenüber dem Arbeitgeber geltend machen wollen.

Dies sind oft zum Beispiel nicht bezahlte Überstunden oder auch nicht bezahlte Stunden für Reisen zur Fortbildung oder für Fahrten zwischen den einzelnen Arbeitsstellen bzw. Kunden. Oft zahlen hier Arbeitgeber nicht und der Arbeitnehmer rügt dies im bestehenden Arbeitsverhältnis nicht, um das Arbeitsverhältnis nicht zu gefährden.

Später dann, wenn das Arbeitsverhältnis beendet ist, dann werden solche Ansprüche oft von Arbeitnehmers geltend gemacht. Hier können die Stundenzettel helfen und ggfs. sogar Beweismittel sein. Zumindest sind die Stundennachweise aber Voraussetzung für einen konkreten (substantiierten) Sachvortrag des Arbeitnehmers im Rahmen der Klage.

Hinweis

Oft werden Ansprüche nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses von Arbeitnehmers eingefordert, was grundsätzlich möglich ist.

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genauer Vortrag der Arbeitszeit vor dem Arbeitsgericht notwendig

Bei all diesen Nachforderungen stellt sich das Problem, dass der Arbeitnehmer grundsätzlich nachweisen muss, dass er hier gearbeitet hat. Es ist auf keinen Fall ausreichen, wenn der Arbeitnehmer einfach pauschal vorträgt, er habe Monat ungefähr 5 Stunden an Fahrkosten bzw. an Überstunden abgeleistet.

Ein solcher Vortrag ist bei einer Lohnklage vor dem Arbeitsgericht nicht ausreichend und würde dazu führen, dass die Klage abgewiesen wird. Dies verstehen viele Arbeitnehmer nicht sofort.

Der Arbeitnehmer muss also genau vortragen, an welchem Tag er wie viele Stunden gearbeitet hat bzw. für den Arbeitgeber zum Beispiel in Form von Fahrten tätig geworden ist.

Kann er dies nicht, wird der in der Regel das Verfahren verlieren.

Der Arbeitgeber muss diese Zettel auch nicht von sich aus im Prozess vorlegen. Zwar könnte dies das Gericht anordnen; dies geschieht allerdings oft nicht und zunächst muss der Arbeitnehmer ohnehin substantiiert vortragen.

Hinweis

Der Arbeitnehmer muss im Prozess genau die täglichen Arbeitszeiten vortragen.

Stundenabrechnungen helfen bei der Darlegung der Lohnklage

Und hier zeigt sich, wie wichtig die entsprechenden Arbeitsnachweise sind, insbesondere die Stundenzettel. Diese Stundennachweise, werden oft vom Arbeitnehmer geführt und dann für den jeweiligen Monat beim Arbeitgeber abgegeben. Dieser rechnet dann das Arbeitsentgelt ab, allerdings ist nicht gesagt, dass er so abrechnet, dass alle Stunden berücksichtigt werden.

Hat der Arbeitnehmer noch Kopien dieser Stundenzettel, so kann genau prüfen, was der Arbeitgeber hier gezahlt hat und was nicht.

Wichtig: Auch für die Lohnklage muss der Arbeitnehmer genau vortragen, wann er wie lange (ggfs. mit Pause) gearbeitet hat. Ein solcher Vortrag geht meist nur mit Hilfe der Stundennachweise.

Unter Umständen kann der Arbeitnehmer aber diese Stundennachweise vom Arbeitgeber fordern, z.B. nach dem Datenschutzrecht. Notfalls müsste man zunächst ein solches Verfahren auf Herausgabe der Daten führen, was umständlich ist.

Von daher sollte der Arbeitnehmer immer die entsprechenden Stundenzettel (Kopien) aufbewahren.

Hinweis

Stundenzettel und Arbeitszeitnachweise immer in Kopie aufbewahren

Ausschlussfristen beachten

Darüber hinaus sollte der Arbeitnehmer beachten, dass sich fast immer in Tarifverträgen und oft auch in Arbeitsverträgen sog Ausschlussfristen befinden. Die Ausschussfrist in Tarifverträgen sind fast immer wirksam. Sollte es kein Tarifvertrag geben und im Arbeitsvertrag sich Ausschlussklausel/ Verfallsklauseln befinden, so muss vor Klageerhebung geprüft werden, ob diese wirksam sind.

Nach den sogenannten Ausschlussfristen verfallen viele Ansprüche innerhalb einer kurzen Zeit, zum Beispiel innerhalb von 3 Monaten, wenn diese nicht geltend gemacht werden.

Hinweis

Lohnklagen machen über einen Rechtsanwalt oft nur ab einer bestimmten Höhe Sinn. Ansonsten kann über die Rechtsantragsstelle beim Arbeitsgericht (Berlin) der Lohn eingeklagt werden.