Kündigung durch Berliner Arbeitgeber – was jetzt?

Kündigung und Kündigungsschutzklage in Berlin

Kündigung durch Arbeitgeber aus Berlin

Kündigung Berliner Arbeitgeber erhalten -wie sollte man sich verhalten? Diese Frage stellen sich Arbeitnehmer kurz nach Zugang der Kündigung.

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist mit Kündigungen von Arbeitsverhältnissen zu rechnen. Dies trifft vor allem auch auf den Raum Berlin zu. Wahrscheinlich wird es nach der Sommerpause vermehrt zu Kündigungen aus betriebsbedingten Gründen kommen. Als Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin Marzahn-Hellersdorf kann ich Arbeitnehmer in dieser Situation unterstützen.

wichtiger Hinweis!

Gegen eine Kündigung muss innerhalb von 3 Wochen ab Zugang der Kündigung ein sog. Kündigungsschutzklage eingereicht werden. So nur kann sich der Arbeitnehmer wehren.

Kündigungsschutzklage zum Arbeitsgericht Berlin

Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin – A. Martin – Fachanwalt

Kündigungsschutzklage erheben?

Zunächst muss der Arbeitnehmer die Entscheidung treffen, ob man die Kündigung zu akzeptieren möchte oder sich gegen die Kündigung wehren möchte. In meiner Kanzlei in Marzahn kommen oft Arbeitnehmer, die mitteilen, dass sie eine Kündigung erhalten haben aber beim Arbeitgeber auf keinen Fall mehr arbeiten wollen. Das Ziel des Arbeitnehmers ist oft die Abfindung.

Abfindung ist oft das Ziel

Beim Arbeitgeber weiterarbeiten, muss der Arbeitnehmer im Normalfall auch nicht. Die meisten Kündigungsschutzverfahren vor dem Arbeitsgericht Berlin werden durch einen Vergleich erledigt und der Arbeitnehmer wird in der Regel dann die Arbeit nicht mehr antreten.

Weg zur Abfindung ist der Vergleich

Um aber zu einem solchen Vergleich zu kommen, gibt es nur die Möglichkeit Erhebung der Kündigungsschutzklage, auch wenn das Ziel des Arbeitnehmers die Abfindung ist . Man kann in den meisten fällen nicht direkt auf Zahlung einer Abfindung klagen.

Klagefrist einhalten

Die Kündigungsschutzklage muss innerhalb einer Frist von drei Wochen ab Zugang (Erhalt) der Kündigung beim Arbeitnehmer beim Arbeitsgericht eingereicht werden.

Rechtsanwalt einschalten ist oft sinnvoll

Es besteht zwar kein Anwaltszwang vor dem Arbeitsgericht Berlin in der ersten Instanz, allerdings macht es sehr oft Sinn die Kündigungsschutzklage über einen Rechtsanwalt einzureichen. Meist gibt es eine Einigung im Gütetermin und gerade hier sind solide Rechtskenntnisse und Verhandlungsgeschick gefordert. Diese Kenntnisse und auch die Erfahrung wird in der Regel nur ein Rechtsanwalt haben, der regelmäßig arbeitsrechtliche Fälle bearbeitet.

Dauer des Kündigungsschutzverfahrens vor dem Arbeitsgericht Berlin

Das Kündigungsschutzverfahren beim Arbeitsgericht Berlin wird recht schnell betrieben, da Bestandsschutzstreitigkeiten vom Gericht beschleunigt zu behandeln sind. So gibt es oft schon innerhalb von 4 Bis 6 Wochen nach Einreichung der Klage einen sog. Gütetermin.

Kündigung erhalten – Ruhe bewahren!

Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin – A. Martin

Wenn der Arbeitnehmer die Kündigung erhält, sollte er Ruhe bewahren. Er muss z.B. dem Arbeitgeber auch nicht den Erhalt der Kündigung bestätigen.

Folgendes sollte beachtet werden:

  • notieren der Frist des Zugangs der Kündigung (um die Klagefrist zu bestimmen)
  • vereinbaren Sie kurzfristig einen Beratungstermin beim Anwalt (am besten innerhalb 1 Woche)
  • führen Sie in Bezug auf die Kündigung keine Korrespondenz mit dem Arbeitgeber
  • halten Sie Kontakt zu Ihren Arbeitskollegen und ehemaligen Kollegen (Informationsgewinnung)
  • lassen Sie sich von Ihrer Rechtschutzversicherung die Deckungszusage (mdl.) erteilen

Zum Anwaltstermin sollten Sie folgende Unterlagen mitbringen:

  • Arbeitsvertrag nebst Änderungen
  • letzten 3 Lohnabrechnungen
  • Kündigung
  • Abmahnungen, sofern diese Vorliegen
  • Versicherungsschein der Rechtschutzversicherung

Die wichtigsten Fragen (FAQ) zur Kündigung werden nachfolgend beantwortet:

Nein, eine Begründung ist nicht gesetzlich vorgesehen. Der Arbeitnehmer hat aber – zumindest bei der außerordentlichen Kündigung – einen Anspruch auf Begründung und kann den Arbeitgeber dazu auffordern. Dies sollte aber mit dem Rechtsanwalt abgesprochen werden.

Die ordentliche Kündigung ist eine Kündigung unter Einhaltung der gesetzlichen (vertraglichen oder tarifvertraglichen) Kündigungsfrist.

Die außerordentliche Kündigung ist eine Kündigung, die in der Regel fristlos erfolgt, da ein außerordentlicher, wichtiger Grund für die Kündigung vorliegt, zum der Diebstahl durch den Arbeitnehmer.

Nein, ein solche Verpflichtung gibt es nicht. Der Arbeitnehmer muss nichts bestätigen und schon gar nicht irgendetwas über den Empfang der Kündigung unterzeichnen.

Das Arbeitsgericht Berlin ist immer dann örtlich zuständig, wenn der Arbeitgeber seinen Geschäftssitz in Berlin hat.

Der Grund dafür ist der, dass es auch Fristen gibt, die noch kürzer sind als die 3-wöchige Frist zur Erhebung der Kündigungsschutzklage. So muss zum Beispiel der Arbeitnehmer die Kündigung einer bevollmächtigten Person, die ohne Vollmacht im Original erfolgt, innerhalb einer Woche zurückweisen , vgl. § 174 BGB.

Abfindung und Kündigung

kein Anspruch auf Abfindung

In der Praxis gibt es nur ganz wenige Fälle, in denen der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Zahlung einer Abfindung gegenüber dem Arbeitgeber hat. Nur in diesen wenigen Fällen kann er eine Klage auf Zahlung einer Abfindung gegen den Arbeitgeber erheben.

Kündigungsschutzklage macht oft Sinn

In über 90 % der Fälle besteht ein solcher Anspruch aber nicht. Der Arbeitnehmer hat nur die Möglichkeit an eine Abfindung zu bekommen, wenn er Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht (in Berlin ist dies das Arbeitsgericht Berlin) einreicht.

Abfindung durch Vereinbarung in Güteverhandlung

Die meisten Kündigungsschutzklagen enden vor dem Arbeitsgericht Berlin durch einen Vergleich. Oft wird in diesem Vergleich die Zahlung einer Abfindung vereinbart. Der Arbeitgeber wird einen solchen Vergleich aber nur dann schließen, wenn er sieht, dass er wahrscheinlich das Verfahren verlieren wird. Dies ist aber recht häufig der Fall. Kündigungen sind oft willkürlich.

Die Chancen für den Arbeitnehmer eine Abfindung zu erreichen stehen oft gut, wenn er schon länger beim Arbeitgeber beschäftigt ist und das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet.