Kündigung wegen private Vorstellungsgespräche stellvertretender Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen

Dem stellvertretenden Direktor der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen wurde das Arbeitsverhältnis durch die Stiftung gekündigt. Der Vorwurf war, dass dieser Vorstellungsgespräche mit Bewerberinnen/ Praktikantinnen in einem privaten Rahmen durchführte. Weiter wurde diesem auch sexuelle Belästigungen vorgeworfen.

erfolglose Kündigungsschutzklage zum Arbeitsgericht Berlin

Gegen die Kündigung erhob der Arbeitnehmer die Kündigungsschutzklage zum Arbeitsgericht Berlin. Die Klage blieb im Kündigungsschutzverfahren vor dem Arbeitsgericht Berlin aber ohne Erfolg.

Entscheidung des Arbeitsgerichts Berlin

Das Arbeitsgericht Berlin (Urteil vom 13.11.2019, Aktenzeichen 60 Ca 13111/18) führt dazu in seiner Pressemitteilung Nr. 27/19 vom 13.11.2019 aus:

Das Arbeitsgericht hat die fristgemäße Kündigung für wirksam gehalten. Der erforderliche Kündigungsgrund liege vor, weil der Kläger keine Gewähr für ein angemessenes Verhalten gegenüber untergebenen Beschäftigten der Stiftung biete. Dies beruhe auf erheblich unangemessenen Gesprächssituationen wie Vorstellungsgesprächen mit Bewerberinnen für Praktika oder Volontariate in einem privaten Rahmen. Dieses Verhalten sei auch nach der Aufforderung durch den Direktor der Stiftung, dies zu unterlassen, fortgesetzt worden. Da es auf den von der Stiftung zur Begründung der Kündigung weiter herangezogenen Vorwurf einer sexuellen Belästigung für die Entscheidung nicht ankomme, sei dieser vom Gericht auch nicht geprüft worden.

Gegen das Urteil kann Berufung an das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.